1800
Um 1800 leben in Köpenick 1461 Personen. Von den ermittelten 125 Häusern, einschließlich Kirche, Pfarr-, Schul- und Rathaus, sind nur neun massive Steinhäuser, alle anderen bestehen aus Holz oder Holzfachwerk.
1801
Erste Erwähnung der Kolonie Rauchfangswerderim Grünau-Dahmer-Forst.
1804 - 21. März
Die Schloßkapelle wird der Refor-mierten Gemeinde auf "ewige Zeiten" zur Nutzung überlassen. König Friedrich Wilhelm IV. verkauft Schloß Köpenick für 11000 Thaler an den Kartographen Generalleutnant Friedrich Wilhelm Carl von Schmettau. Von Schmettau wird in der Schlacht bei Jena und Auerstädt tödlich verwundet und stirbt am 18. Oktober 1806.
1804 - 1. April
Erste Predigt in der neuerrichteten Müggelheimer Dorfkirche.
1805
In den Manufakturhäusern der Stadt werden 70 Arbeiter an 68 Webstühlen beschäftigt.
1806 - 24. Oktober
Nach der Niederlage der Preußisehen Armee gegen die Truppen Napoleons am 14. Oktober 1806 erreichen die ersten französischen Soldaten das Köpenicker Stadtgebiet. Bis zum 22. November 1808 müssen 266 Stabsoffiziere, 4 417 sonstige Offiziere sowie über 60454 Soldaten einquartiert und verpflegt werden. Der Stadt entstehen Beherbergungs- und Kontributionsausgaben von insgesamt 32226 Thalern.
1807 - 13. Juli
Der Mathematiker und Astronom Johann Bernoulli wird auf dem - offiziell erst im Jahre 1811 eingeweihten - Schönerlinder Friedhof in der Rudower Straße beigesetzt.
1809 - 13. August
In Köpenick wird mit der erstmaligen Wahleiner Stadtverordnetenversammlung die am 19. November 1808 in Preußen in Kraft getretene Steinsche Städteordnung eingeführt. Der erste Bürgermeister heißt Carl Martin Minus gewählt. Er amtiert bis 1810. Die neue Städteordnung macht den Weg zur städtischen Selbstverwaltung frei und führt eine klare Trennung von kommunalen und staatlichen Aufgaben ein. Nach Inkrafttreten der neuen Kreisordnung wird die Stadt Köpenick mit anderen, südlich der Spree gelegenen Orten, dem Kreis Teltow zugeordnet, während die Gemeinden nördlich der Spree in den Kreis Niederbarnim eingegliedert werden. Erst 1852 erhält Köpenick wieder einzelne Gebietsteile nördlich der Spree, darunter die heutige Dammvorstadt.
1811 - 15. Dezember
Erste offizielle Bestattung auf dem Friedhof Rudower Straße. Nachdem der Friedhof auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz (Futran-Platz) -- Schließen mußte, erwirbt die Stadt vom Königlichen Fiskus in der Köllnischen Vorstadt Forstland für die Errichtung eines neuen Friedhofes.
1812 - 18. März
Auflösung des Köpenicker Amtes und Verkauf des etwa 750 Hektar großen Amts-Vorwerkes für 33 000 Thaler an den Kaiserlichen-Russischen Gesandten Exzellenz Graf von Alopeus.
1813
Befreiungskriege gegen die Truppen Napoleons.
Der am rechten Spreeufer in Oberschöneweide gelegene Quappenkrug wird in Wilhelminenhof - nach der Gattin des Oberfinanzrates Johann Philipp Otto Reinbeck - umbenannt. Das Anwesen bildete mit mehreren Kattunbleichen und den Mühlen bei Köpenick den "Gutsbezirk Etablissement bei Köpenick Anteil". 1858 leben hier 72 Einwohner.
1813 - 20. Mai
Zur Verteidigung der Stadt gegen die Truppen Napoleons befiehlt der Köpenicker Stadtkommandant, Oberst Lehmann, "die auf dem Schlosse befindlichen drei alten eisernen Kanonen in einen brauchbaren Stand zu setzen, damit sie zur Verteidigung der Stadt mit verwendet werden können". Nach einem Magistratsbericht vom 1. Juni 1813 stehen 91 Bürger für den Wehrdienst als Infanteristen und 29 Bürger als Kavalleristen zur Verfügung. Zugleich werden 2 Vier-, 25 Zwei- und 3 Einspänner sowie 5 Ochsengespanne erfaßt. Während der Freiheitskriege von 1813-15 sterben vierzehn Köpe-nicker, denen in der Stadtkirche eine Gedenktafel gewidmet wird.
1815
Landvermesser Elckner stellt ein Register für die von ihm vermessene Stadtfeldmark auf.
1818
Im Oktober erwirbt der Preußische Staat für 20000 Thaler Schloß Köpenick.
1820
Einrichtung eines Justizamtes in Köpenick.
1821 - 24. Dezember
Alopeus veräußert das Amtsvorwerk für 24000 Taler an Hauptmann von Winterfeld, der das ehemalige Gut parzelliert. Die Stadt Köpenick erwirbt 1822 das Amtsfeld und die Kämmerei-heide für 3000 Thaler. Auch der Gutshof in der Landjägerstraße wird veräußert und geht in den Valentin'schen Besitz über. Durch die Parzellierung des ehemaligen Amtsfeldes in über 200 Teilstücke entstehen dort zahlrei-che landwirtschaftliche Kleinbetriebe. Auf diesem Gelände wird später (ab 1971) das Salvador-Allende-Viertel errichtet werden.
1824 - 21.Januar
Schloß Köpenick wird dem Kriegsministerium übergeben, das hier bis Dezember 1846 das Train-Depot des III. Armeekorps beherbergt.
1825
Im Köpenicker Kietz werden die ersten Angelkarten ausgegeben.
1826
Während der sogenannten "Dema-gogenverfolgung" werden die Kellergewölbe des 1818 in den Besitz des preußischen Staates übergegangenen Köpenicker Schlosses als Gefängnis genutzt. Der Industrielle Carl Friedrich Krü-ger gründet eine chemische Fabrik an der heutigen Wendenschloß-straße, in der neben Schwefel-und Salzsäure auch Salpeter hergestellt wird. (Ab 1850 Lomax Et Co., 1906 Nitritfabrik)
1827
Bei Ausgrabungen in der Nähe von Freienwalde werden sechs ver-schiedene Münzprägungen mit dem Bildnis des Jaxa von Köpenick geborgen.
1828
In der ehemaligen Sandmühle am Erbwiesengraben, einem Nebenarm der Erpe durch den heutigen Bellevuepark, wird die erste Dampfma-schine für die Papierfabrik Rosenhain in Betrieb genommen.
1831 - 18. September
In Köpenick tritt der erste Cholerafall auf. Bis 5. November 1831 werden sieben an der Krankheit verstorbene Personen beigesetzt. 1835 Henriette Lustig, geb. Bock, eröffnet in ihrem Wohnhaus am Alten Markt 4 die erste Lohnwäscherei und begründet damit den späteren Ruf Köpenicks als "Waschküche Berlins".
1838
3. September Grundsteinlegung für den Neubau der St. Laurentius - Stadtkirchein der Köpenicker Schloßstraße, heute Alt-Köpenick.
1841 - 31. Mai
Einweihung des Kirchenneubaus in der Schloßstraße, heute Alt-Köpenick, durch Pfarrer Hasche in Anwesenheit Friedrich Wilhelms IV.
1842 - 23. Oktober
Mit der Eröffnung der Berlin-Frankfurter Eisenbahn - nach Streckenverlängerung bis Breslau ab 1846 Königlich-Niederschlesische Eisenbahn genannt - erhält Köpenick eine Bahnstation.
1844 - 26. November
Die Stadt erwirbt das Grundstück Freiheit 82, heute Freiheit 15, und errichtet ein Schulgebäude. In demneuen Schulhaus ist die gesamte Stadtschule untergebracht. Das alte Schulhaus Schloßstraße / Ecke Kirchstraße wird verkauft.
1845
Im Juli wird die "Köpenicker Schützengilde" gegründet. Zuvor hat König Friedrich Wilhelm IV. dem Statut vom 13. Januar 1845 seine Zustimmung gegeben.
1846 - 5. Oktober
Neugründung der Käpenicker Schusterinnung.
1847 - 14. Mai
Die Stadt Köpenick erwirbt den Charite-Acker. (Auf dem Gelände befindet sich heute der Straßenbahnhof Wendenschloßstraße.
1847 - 22. Mai
Der Kaufmann Ferdinand Freund erhält vom Köpenicker Magistrat die Genehmigung für die Eröff-nung der ersten Köpenicker Leihbibliothek.
1848
Märzrevolution in Berlin.
1851 - 15. Oktober
Das 1748 durch Johann Julius Hecker gegründete Königlich-Preußische Schullehrer-Seminar aus Potsdam verlegt seinen Sitz in das Köpenicker Schloß und bleibt hier bis 1926.
1852
Die Dichter Theodor Fontane und Paul Heyse sowie der Maler Adolf von Menzel und der Schriftsteller Franz Kugler verleben den Sommer mit Bernhard von Lepel auf Schloß Bellevue.
1855
In Köpenick stehen 21 öffentliche Gebäude, 2 Kirchen und 118 Wohnhäuser, davon 17 in der Kietzer- und 18 in der heutigen Dammvorstadt.
1857
Der vom Müggelheimer Geodäten Johann Jacob Baeyer im September 1846 vermessene "Dreieckspunkt Müggelberg" wird zur Festlegung eines Netzes trigonometrischer Punkte mit einem Stein gekennzeichnet.
1859
Anlegung einer Straße von Köpe-nick nach Kanne, dem späteren Johannisthal.
1860
Während seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg besucht Theodor Fontane im September 1860 Schloß Köpenick.
1861 - 29. Dezember
Gründung des "Handwerkervereins Köpenick" im Restaurant "Schwarzer Adler" am Schloßplatz.
1865 - 1. Januar
Einführung des Liegenschaftskatasters.
1866
Die "Berliner Dampfschifffahrts-Aktiengesellschaft" nimmt den Linienverkehr zum Müggelsee auf. Auf dem ersten Teilstück der im Dezember 1867 eröffneten Berlin-Görlitzer Bahn erhält Grünau eine Bahnstation.
1867
Gründung des "Landwehrvereins Köpenick e.V."
1867 - 1. Juli
Einrichtung einer Poststation im Wohnhaus des Gutsbesitzers Edmund Anderson, Schloßstraße 7, heute Alt-Köpenick 15.
1867 - 3. Dezember
Bei der Volkszählung werden 3 897 Einwohner ermittelt. Davon leben in der Dammvorstadt 1 399, in der Kietzer Vorstadt 500, in der Köllnischen Vorstadt 53 und in der Stadt Köpenick mit dem Schloß 2 830 Personen.
1868 - 7. Juni
Erste Berliner Segelwettfahrt auf der Dahme zwischen der Bammelecke und der Rohrwallinsel.
1868 - 1. November
In der Grünstraße eröffnet der Unternehmer Carl Wilhelm Biermann die erste Warmbadeanstalt Köpenicks.
1868 - 3. November
Die erste Ausgabe des zunächst als Wochenblatt herausgegebenen Köpenicker Dampfbootes erscheint.
1869
Auf dem ehemaligen Lehnschulzengut in Friedrichshagen wird eine Brauerei, die spätere Lindenbrauerei, gegründet. Am Ufer der Dahme, etwa in Höhe des heutigen Segewaldweges, entsteht die Glasfabrik Marienhütte, die bis zurihrer Stillegung 1917 überwiegend Glasartikel für den "Haus- und Gastwirtschaftsgebrauch" herstellt. In Köpenick werden mit Petroleum betriebene Straßenlaternen aufgestellt. Grünau erhält ein Postamt 3. Klasse.
1870
Gründung der Villenkolonie Hirschgarten auf dem "Hirschacker" durch den Bankier Friedrich Wilhelm Albert Hirte. Das Gebiet wird 1872 durch die "Union-Baugesellschaft AG" parzelliert.
1871
Der Besitzer der Friedrichshagener Brauerei, Hermann Schäfer, eröffnet gegenüber der Brauerei die Gaststätte "Müggelschlößchen". Handwerker und Gewerbetreibende aus Köpenick und Grünau gründen einen Arbeiter-Bildungsverein. In den Räumen des zum Schloß gehörenden Marstalls werden eine Seminar-Kleinschule und eine Turnhalle eingerichtet.
1871 - 1. Dezember
Bei der Volkszählung werden in Kö-penick 4 538 Einwohner ermittelt.
1872 - 30. Mai
Der Köpenicker Magistrat verkauft "Ribbecks-Heide" und macht damit den Weg für wichtige Industrieansiedlungen südöstlich des Stadtgebietes am Dahmeufer frei. Der damalige Bauunternehmer Carl Bolle errichtet ein Eiswerkund legt auf einer 60 Morgen großen Fläche die "Obstplantagen Marienhain" an (heute Institut für Zierpflan-zenbau der Humboldt-Universität). Nördlich folgen die Hufeisenfabrik und das Eisenwalzwerk(1873).
1872 - 12. August
Einem Dorfbrand in Rahnsdorf fallen alle Wohnhäuser, die Kirche und die Schule zum Opfer.
1873
Erbauung des Krankenhauses in der Rudowerstraße. Das Gebäude wird ab 1914 als Altenheim genutzt. Der Unternehmer Wilhelm Spindler errichtet auf einem etwa 26 Hektar großen Gelände südlich Köpenicks, dem späteren Spindlersfeld, eine "Anstalt zur chemischen Reinigung, Wäscherei und Färberei". In der Mentzel- und Färberstraße entsteht mit den Wohnhäusern für die Beschäftigten Spindlers die erste Berliner Arbeitersiedlung.
1873 - 24. Juni
Der Köpenicker Magistrat entschließt sich zur Parzellierung und zum Verkauf des "Chariteackers" in der Kietzer Vorstadt.
1874
Bildung des "Standesamtbezirkes Köpenick". Gründung des "Sozialdemokratischen Wahlvereins Köpenick". Bereits vor Verhängung des "Sozialistengesetzes" im Jahre 1878 werden in Köpenick 1 700 Mitglieder registriert. Parzellierung des nach dem Fabrikanten und Stadtrat Friedrich Wilhelm Oetting benannten Oettingschen Feldes zwischen der heutigen Linden-, Cardinal- und Bahnhofstraße. Die Firma Spindler errichtet das erste Gaswerk auf Köpenicker Gebiet.
1874 - 13. Juli
Letztmalig finden bei den Philippsfischerhütten am Dämeritzsee die Feierlichkeiten zum "Grenzenzug" statt.
1874 - 12. Oktober
Das Gebiet der Stadt Köpenick wird durch die Eingemeindung des Gutsbezirkes Köpenick und der von Flemmingschen Besitzung in der Köllnischen Vorstadt beträchtlich erweitert. Zum Gutsbezirk gehören unter anderem das Gelände der chemischen Fabrik in der Wendenschloßstraße, die neuen Ansiedlungen im Kietzer Feld sowie das Gebiet des Wäschereibetriebes Spindler.
1875
Der Bahnhof Köpenick wird in den Vorortverkehr zwischen Berlin und Erkner einbezogen. Einweihung der Gaststätte "Palme" in Schmöckwitz
1875 - 28. Februar
Gründung des Gesangsvereins "Cöpenicker Liedertafel"
1875 - 15. Mai
Gründung des Wäschereibesitzervereins. Im Mai geht aus dem 1872 ge-gründeten "Vorschußverein" der "Creditverein Cöpenick" als Vorläufer der "Cöpenicker Bank" hervor.
1876
Die Straßen nach Müggelheim, Grünau und Friedrichshagen werden mit Schlacke befestigt. Die Stadt beginnt mit der Pflasterung der Köllnischen Vorstadt und der Bahnhofstraße.
1876 - 4. März
Auf Initiative Hugo Schüßlers wird die Köpenicker Freiwillige Feuerwehr gegründet.
1876 - 24. Juni
Der Ortsname "Coepenick" wird offiziell mit einem "C" und nicht mehr mit "K" geschrieben.
1877
Gründung des Gesangsvereins "Felicitas".
1877 - 18. Oktober
Auf dem städtischen Grundstück "Schötzes Hof", heute Alter Markt 1, wird ein "Töchterschulhaus mit 12 Klassenräumen in zwei Stockwerken" eingeweiht.
1877 - 15.November
Eröffnung des Haltepunktes Sadowa. 1929 erfolgt die Umbenennung in Wuhlheide.
1878
Gründung des Spindlersfelder Rudervereins.
1878 - 17. September
Die Köpenicker Stadtforst umfaßt 1 229 Hektar und 123 Ar.
1879
Der Kreis Niederbarnim errichtet eine Chaussee von Rummelsburg nach Friedrichshagen, die in Köpenick über die Lindenstraße führt. Zur Erleichterung des Schifffahrtverkehrs wird der sogenannte Katzengraben zwischen Freiheit und Baumgarteninsel verbreitert. Aus dem gleichen Grunde erfolgt die Begradigung der Spree durch den Durchstich des Rahnsdorfer Gemündes. Einweihung des Amtsgerichtes Köpenick in der Straße Freiheit Gründung des "Männer-Turn-vereins Cöpenick e.V "
1879 - 15. Mai
Eröffnung der Bahnstation Rahnsdorf
1879 - 7. Juni
Die Kolonie Schönerlinde wird in das Köpenicker Stadtgebiet eingemeindet.
1880
Köpenick zählt 8 921 Einwohner, 1 919 Haushaltungen und 370 Wohnhäuser. Die Straßen der heutigen Altstadt erhalten Bürgersteige aus Granitquadern. Eröffnung des Bahnhofes Niederschöneweide-Johannisthal an der "Görlitzer Bahn". In Köpenick wird der "Verein der Wäscher" gegründet.
1880 - 15. Mai
Eröffnung der 1. Kursaison im neu geschaffenen Friedrichshagener Kurpark.
1880 - 27. Juni
Mit der Austragung der ersten offiziellen Ruderregatta in Grünau wird die Wassersporttradition des Ortes begründet.
1880 - 1. Juli
Nach der Trennung der Rektorate für die Mädchen- und Jungenschule existieren in Köpenick erstmals zwei gesonderte Schulsysteme.
1881
Seit dem Frühjahr erscheint das "Cöpenicker Dampfboot" täglich.
1881 - 21. September
Gründung des Berliner Regatta-Vereins in Grünau 1882. Im Herbst nimmt die "Erste Deutsche Patent-Linoleum-Fabrik" in der Wendenschloßstraße die Produktion auf. Bei einer Jahresproduktion von über zwei Millionen Quadratmetern werden um die Jahrhundertwende 250 Arbeiter beschäftigt. Der Fürstenwalder Damm erhält den Namen Kreis-Chaussee.
1881 - 5. Juni
Während der Zählung zur "Berufs-statistik" werden in Köpenick 9 595 Einwohner, 2 052 Haushalte, darunter 145 mit landwirtschaftlicher Nutzung, erfaßt.
1881 - 23. Juli
Erster Wettkampf um den Wanderpreis der "Großen Grünauer Ruderregatta" auf dem Langen See.
1881 - 1. Oktober
Das Wäscherei- und Färberei Unternehmen Wilhelm Spindler besteht seit 50 Jahren.
1882 - 18. Oktober
Die Köpenicker Pferdebahn auf der Strecke vom Schloßplatz zum Bahnhof wird mit einer Probefahrt des Magistrates, der Stadtverordneten und der Mitglieder der "Pferdebahn-Commission" feierlich eingeweiht.
1883
Hinter der "Cöpenicker Chemischen Fabrik" in der Wendenschloßstraße entstehen der Stichkanal sowie eine Zugbrücke zwischen der Fabrik und dem ehemaligen Gutspark.
1883 - 10.Januar
Eine Viehzählung in Köpenick erfaßt 358 Pferde, 98 Rinder, 28 Schafe, 346 Schweine, 243 Ziegen und 26 Bienenstöcke. Im gleichen Jahr werden in den drei Vorstädten, in der Damm-, Kietzer- und Köllnischen Vorstadt, zusammen 15 Fabriken ermittelt.
1883 - 8. Juni
Im alten Fachwerkhaus am Alten Markt, heute Sitz des Heimatmuseums Köpenick, wird eine Volksschule mit zunächst drei Mädchenklassen eröffnet.
1883 - 15. Juni
Kaiser Wilhelm I. stiftet einen Wanderpreis für die jährlich im Juni stattfindende "Kaiserregatta".
1883 - 2. Juli
Nach einem Beschluß der Köpenicker Stadtverordnetenversammlung wird die Berechtigung zum Hüten von Pferden und Rindern in der städtischen Forst aufgehoben.
1884
Es wohnen: in der Altstadt 3 521, in der Dammvorstadt 1 398, in der Kietzer Vorstadt 2 605 und in der Köllnischen Vorstadt 2 471 Personen. Die Köpenicker Reichspostverwaltung nimmt eine "Stadt- und Fernsprecheinrichtung" in Betrieb.
1884 - 1. Januar
Die Stadtgemeinde verpachtet das Gebiet der Kanonenberge in den Kleinen Müggelbergen, die sogenannte "Sandschurre", zur Sand-und Lehmgewinnung. Der Sand wird über eine Seilbahn zur Dahme und von dort mit dem Schiff nach Berlin transportiert.
1884 - 6. Oktober
Im Schulgebäude an der Freiheit wird eine Töchter-Mittelschule eröffnet.
1885
Im bereits von der Volksschule genutzten Fachwerkhaus am Alten Markt werden zusätzlich Armenwohnungen eingerichtet. Die Barbier-, Friseur- und Perückenmacherinnung, die Bäcker- und Tischlerinnung sowie die Schmiede- und Schlosserinnung organisieren sich. Die Glienicker- und die Gartenstraße werden gepflastert. In Köpenick arbeiten mehr als 200 selbständige Wäschereien. Das Wäschereiunternehmen Spindler beschäftigt über 2 000 Arbeiter. Auf dem Oettingsfeld entsteht auf Betreiben Oettings eine Niederlassung der 1807 in Berlin gegründeten "Cichorie-Fabrik" Johann Friedrich Resag. Produziert werden "Extrafeiner Continental-Kaffee" und "Feinster Drei-Kronen-Kaffee". 1907 erfolgt der Neubau in der Lindenstraße. Ersterwähnung der Ausflugsgaststätte "Neu Helgoland".
1885 - 10. September
In Köpenick wird eine katholische Privatschule eröffnet.
1885 - 1. Dezember
Bei der Volkszählung werden 2 423 Haushalte, 10 öffentliche Einrichtungen, 11 362 Einwohner, 419 bewohnte - und 10 unbewohnte Häuser sowie 22 sonstige Wohnstätten (Schiffe) gezählt.
1886 - 19. September
Austragung der ersten Segelregatta auf dem Müggelsee. In Friedrichshagen wird die "Niederbarnimer Zeitung" gegründet. Herausgeber ist zunächst der Besitzer des Cöpenicker Dampfbootes, Hermann Jenne. 1899 übernimmt der Verleger Albert Kunzke das Unternehmen.
1887
Die ehemaligen Kolonistengärten der Kolonie Grünerlinde werden für die Anlegung der Schönerlinderstraße parzelliert.
1887 - 4. Juli
Der Bronzegießer Hermann Gladenbeck erhält die Genehmigung für die Errichtung eines Gießergebäudes in der Wilhelmstraße (heute Peter-Hille-Straße) in Friedrichshagen.
1888
Anlegung der Chaussee zwischen Fahlenberg und Gosen.
1888 - 6. Januar
Eröffnung des neuen Schulgebäudes für die 1. Gemeindeschule in der Amtsstraße.
1888 - 11. Juni
Einweihung der nach einem Entwurf von Friedrich Adler ausgeführten Rahnsdorfer Kirche. Das Gebäude wird an der Stelle des 1872 abgebrannten Vorgängerbaus errichtet.
1889
Beginn der Bauarbeiten für das Wasserwerk Friedrichshagen. Nach Plänen des englischen Ingenieurs Henry Gill und des Berliner Stadtbaumeisters Richard Schultze entsteht am Ufer des Müggelsees eine moderne Anlage mit einer Tagesproduktion von 180 000 m', die am 28. Oktober 1893 in Betrieb genommen wird. Die "Grundrenten-Gesellschaft AG Berlin" kauft das Gut Wilhelminenhof und weitere 75 Hektar Land für 1,5 Millionen Reichsmark.
1889 - 14. Februar
Erste Vorstellung im "Stadttheater Cäpenick" an der Friedrichstraße 6 (heute Lüdersstraße 8 - 10) mit dem Stück "Wie man sich eine Frau verschafft".
1889 - 12. Juni
Kommerzienrat Carl Spindler stiftet 15 000 Reichsmark für die Einrichtung einer höheren Schulanstalt.
1889 - 7. August
Abschluß eines Vertrages mit der Firma Budde Et Goehde über die Errichtung einer Gasanstalt in der Dahlwitzer Straße (heute Stellingdamm).
1889 - 31. August
Gründungsversammlung der "Synagogengemeinde für Cöpenick und Umgebung" im Ratsaal des Köpenicker Rathauses.
1889 - 3. November
Eröffnung der neuen Gasanstalt in der Dahlwitzer Straße (heute Stellingdamm). Probeweise Gasbeleuchtung in der heutigen Altstadt und der Dammvorstadt
1890
Fertigstellung des Oder-Spree-Kanals zwischen Schmöckwitz-Seddinsee und Fürstenberg an der Oder (heute Eisenhüttenstadt) Die "Grundrenten-Gesellschaft AG Berlin" gründet die "Güterbahn Oberschöneweide", die spätere "Bullenbahn". Die Staatsverwaltung beginnt mit dem Neubau einer massiven Brücke vom Schloß zur Köllnischen Vorstadt, der Langen Brücke. Der Kreis Teltow richtet beim "Wendenschloß" eine Fähre zum Übersetzen von Personen und Fuhrwerken nach Grünau ein. Im Sommer ziehen der Schriftsteller und Naturforscher Wilhelm Bölsche und sein Freund Bruno Wille, ebenfalls Schriftsteller und Philosoph, nach Friedrichshagen. Beide gründen den sogenannten "Friedrichshagener Dichterkreis", dem sich neben anderen Wilhelm Spohr sowie die Brüder Hart und Kampffmeyer anschließen. Bruno Wille gründet am 29. Juli 1890 die "Freie Volksbühne" in Berlin.Nach Aufhebung des Sozialistengesetzes entwickeln sich Friedrichshagen und Köpenick zu Hochburgen der Sozialdemokratie.
1890 - 20. März
Nach einer im Hotel "Kaiserhof' in der Grünstraße veranstalteten Versammlung "Über die Bedeutung des Acht-Stundentages" kommt es zu schweren Ausschreitungen zwischen der Polizei und den Arbeitern, in deren Verlauf ein Polizist tödlich verletzt wird.
1890 - 17. April
Der nach Plänen der Architekten Rosemann und Jacob auf der Höhe der Kleinen Müggelberge er-richtete Müggelturm wird einge-weiht. Den 31 Meter hohen Aussichtsturm finanziert Kommerzienrat Carl Spindler. Die Baukosten betragen 40 000 Reichsmark.
1890 - 5. August
Gründung des Arbeitersportvereins "Fichte".
1891
Aufstellung des ersten Bebauungsplanes für die heutige Köpenicker Altstadt. Die zum Gutsbezirk Köpenick-Forst gehörende Kolonie Hessenwinkel wird nach Rahnsdorf eingemeindet. Die Deutsche Volksbau-Aktiengesellschaft erwirbt einen Teil des Gutsbezirkes Rahnsdorf und gründet die Villenkolonie Neu-Rahnsdorf, die 1902 in Wilhelmshagen umbenannt wird. Der Schloßplatz erhält Kopfsteinpflaster. Im Frühjahr beginnt der Neubau der Dammbrücke. Sie wird am 3. Mai 1893 für den Verkehr freigegeben. In Oberschöneweide wird eine Holzbrücke im Verlauf der späteren Stubenrauchbrücke erbaut. In Schmöckwitz entsteht der erste Schulneubau. Ingenieur Ernst Pabst gründet an der Friedrichshagener Straße eine Elektromaschinenfabrik, ab 1919 Pabstwerft GmbH. Das ehemalige Verwaltungsgebäude wird heute von der Musikschule genutzt.
1991 - 31. Oktober
Inbetriebnahme der Eisenbahnverbindung zwischen Niederschöneweide-Johannisthal und Spindlersfeld.
1991 - 1. Dezember
Die bisherige katholische Privatschule bezieht das Seitengebäude der Jungen-Schule in der Freiheit und wird 3. Gemeindeschule.
1892
Die Stadt beginnt mit dem Verkauf von Parzellen in den Jagen 11 und 12 des Stadtforstes, dem sogenannten "Eichhorn", heute Wendenschloß. Die Villenkolonie Hirschgarten wird an den Berliner Vorortverkehr angeschlossen. August Bebel spricht im November im Friedrichshagener Restaurant "Eiskeller" (heute Bölschestraße 97) über die Rüstungspläne der Reichsregierung.
Gründung des Friedrichshagener Rudervereins.
1893
Die "Grüne Trift" von der Müggel-heimerstraße nach dem Jagen 11/12 wird von der Stadt als öffentlicher Weg übernommen. Pflasterung der Grünstraße. In Friedrichshagen Gründung der Biologischen Station des Deutschen Fischereivereins, ab 1906 Preußische Landesanstalt für Fischerei, ab 1951 Institut für Binnenfischerei. Die am 8. August 1888 gegründete Spree-Havel-Dampfschiffahrtsgesellschaft "Stern" befährt erstmals die Linie Köpenick-Schmöckwitz.
1893 - 2. Oktober
Einweihung des Kaiserlichen Post-amtes in der Köpenicker Lindenstraße
1892 - 18. Oktober
Eröffnung der 4. Gemeindeschule in der Glienicker Straße.
1894
In Wilhelmshagen wird der "UI-memhof' als Krankenhaus der Norddeutschen-Holzberufsgenossenschaft gegründet.
Der Köpenicker Magistrat und die Friedrichshagener Gemeindeverwaltung vereinbaren die Einrichtung einer Dampffähre zwischen der Ausflugsgaststätte Müggelschlößchen und der Pfeiffergasse in Friedrichshagen.
Eröffnung des Bahnhofes Neu-Rahnsdorf (heute Wilhelmshagen)
1895 - 1. April
Gründung einer fakultativen städtischen Fortbildungsschule in der Charlottenstraße, Kietzer Vorstadt.
1895 - 15. Juli
Die 31 Fischereiberechtigten des Köpenicker Kietzes schließen sich zur "Fischerinnung bei Cöpenick" zusammen.
Die Straße im Kietz wird gepflastert.
1895
Nach der Parzellierung des ehemaligen Bauerngutes Karolinenhof durch die "Terraingesellschaft Carolinenhof' entsteht die gleichnamige Villenkolonie.
Eröffnung der Ausflugsgaststätte "Riviera" in Grünau.
1895 - 7. Juli
Inbetriebnahme der Fährverbindung Friedrichshagen - Köpenick Die Pflasterung der Kaulsdorferstraße wird beschlossen.
1895 - 18. Juli
Der Kreisausschuß des Kreises Niederbarnim beschließt die Eingliederung des Vorortes Hirschgarten in die Gemeinde Friedrichshagen.
1. Oktober
Umwandlung der Knabenschule in der Freiheit in eine Real-Schule.
1896
Die Stadt erwirbt in der Gartenstraße ein 114 Quadratmeter großes Grundstück für die Errichtung einer Badeanstalt. Das 1869 gegründete Wäschereiunternehmen Wilhelm Landrock eröffnet einen Wäschereibetrieb in der Grünauer Straße 116.
Im Auftrag des Berliner Bankhauses "Sörgel und Parrisius Et Co. A.G. und Gen." (später Dresdner Bank) beginnt die Parzellierung der Köpenicker Dammvorstadt.
1897 - 1. September
Mit der unter der Leitung von Anton Weber in Oberschöneweide errichteten "AEG Drehstrom-Über-landzentrale Oberspree" beginnt die Geschichte der Elektrizitätsversorgung im heutigen Bezirk Köpenick. Damit schafft die von Emil Rathenau geführte AEG die Voraussetzungen für die Entwicklung Oberschöneweides zum Industriestandort. Im Herbst beginnt die AEG mit der Kabelproduktion im Kabelwerk Oberspree. Im gleichen Zeitraum nimmt die "Fabrik für Metallwaren und Beleuchtungskörper Robert Frister AG" (ab 1963 VEB Institut für Nachrichtentechnik INT) die Produktion auf. Es entsteht Europas größte Lampenfabrik. In der Friedrichshagener Friedrichstraße 67, heute Bölschestraße 70, errichtet der Gastwirt Theodor Männchen ein "Mietpostamt".
1897 - 2. Februar
Carl Streichhahn beantragt die Erbauung der Gaststätte "Marienlust".
1897 - 21. Oktober
Einweihung der 5. Gemeindeschule in der Glienicker Straße.
1898
Carl Bolle erwirbt südlich seiner bereits 1872 gekauften Ländereien nochmals 35 000 Quadratmeter Land für den Betrieb einer Meierei. Die Bahnhofstraße wird begradigt und mit Rechtecksteinen gepflastert.
Die Gemeinde Friedrichshagen übernimmt den Betrieb der Dampffähre und führt dafür jährlich 1 800 Reichsmark an die Köpenicker Stadtgemeinde ab. Eröffnung des Kaisersteges zwischen Ober- und Niederschöneweide (Sprengung am 22. April 1945).
1898 - 16. März
Gründung der selbständigen Landgemeinde Oberschöneweide. Der Bauunternehmer Carl Deul wird erster Vorsitzender der Gemeindevertretung.
1898 - 1. April
Die bisherige Landgemeinde Kietz wird mit 31 Grundstücken und 793 Einwohnern in das Gebiet der Stadt Köpenick eingemeindet.
1898 - 12. Juni
Enthüllung des Sportdenkmals Grünau im Beisein Kaiser Wilhelms I. (Abriß 1973).
1898 - 20. Juni
Einweihung der 1. Gemeindeschule in Oberschöneweide.
1898 - 13. Dezember
Feier anläßlich des 150-jährigen Bestehens des könlglichen Schullehrer-Seminars. Errichtung eines Denkmals für dessen Gründer, Oberkonsistorialrat Pfarrer Johann Julius Hecker, auf dem Hof des Köpenicker Schlosses.
1899
In Oberschöneweide werden die "Deutsche-Werkzeugmaschinenfabrik-Niles Werke" und die "Akkumulatorenwerke Oberspree" gegründet. Am Müggelsee errichtet die "Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine Berlins" die ersten Wasserrettungsstationen. Auf dem Schloßplatz entsteht die erste öffentliche Bedürfniseinrichtung. In Grünau und Oberschöneweide werden Gaswerke in Betrieb genommen. In Friedrichshagen wird die "Creditbank eGmbH" gegründet.
1899 - 22. März
Erste Reifeprüfung an der Realschule in der Freiheit.
1899 - 25. März
Einweihung der katholischen
St. Josef Kirche in der Köpenicker Lindenstraße.
1899 - 7. Juni
Hirschgarten wird offiziell aus dem Forstgelände des Gutsbezirkes Köpenick nach Friedrichshagen ausgemeindet.
1899 - 28. August
Durch Beschluß der Stadtverordneten wird der Köpenicker Magistrat ermächtigt, die Gasanstalt in der Dahlwitzer Straße (heute Stellingdamm) für 650 000 Reichsmark aufzukaufen. Die Übernahme erfolgt am 1. Oktober 1900.
1899 - 1. Oktober
Einweihung des Rathauses in Friedrichshagen.