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Die Geschichte Köpenicks bis zum 19. Jahrhundert

 

10. Jahrtausend v. Chr. Altsteinzeit

Zäger und Sammler folgen nach dem Ende der Eiszeit den zurück-kehrenden Tieren in das heutige Berliner Gebiet.

 

9. - 4. Jahrtausend v. Chr. Mittlere Steinzeit

Als Jäger, Fischer und Sammler siedeln die Menschen an Flüssen und Seen. Die ältesten Gräber der Region aus dem 9. und 7. Jahrtau-send v. Chr. geben Hinweise auf mittelsteinzeitliche Bestattungsriten.

 

4. Jahrtausend bis Anfang 2. Jahrtausend v. Chr. Jüngere Steinzeit

Nach Einführung von Ackerbau und Viehzucht lassen sich kleine Gruppen seßhaft nieder. Feste Häuser werden errichtet.

 

1800 bis 600 v. Chr. Bronzezeit

Eine nachhaltige Erwärmung des Klimas führt zu einem deutlichen Anstieg der Siedlungsdichte im Berllner Raum. Bronze wird zum bestimmenden Werkstoff.Die Bronzehortfunde von Spind-lersfeld und Schmöckwitz belegen weiträumige Handelsbeziehungen und hohe technische Fertigkeiten beider Bronzebearbeitung.

 

600 v. Chr. bis 400 n Chr. Eisenzeit

Nach Einführung des Eisens als neuen Rohstoff ist im heutigen Köpenicker Raum eine geringe Siedlungsdichte festzustellen. Vor herrschend ist die germanische Jastorf-Kultur. Im 1. und 2. Jahrhundert n.Chr. siedelten im Berliner Raum Semnonen. Ein Brand-schüttungsgrab in Wilhelmshagen stammt aus dem 4. Jahrhundert n. Chr.

 

400 - 600 Völkerwanderung

In der Völkerwanderungszeit wandert ein Großteil deF germanischen Bevölkerung aus.

 

600 - 1200

Nach der Einwanderung slawischer Stämme aus dem Osten entsteht im 8. Jahrhundert eine Rundwall-anlage auf der heutigen Schloßin-sel. Sie wird im 11. Jahrhundert als Hauptburg des im Spree-Dahme-Gebiet siedelnden Stammes der slawischen Sprewanen deutlich vergrößert.Mitte des 12. Jahrhunderts befin-det sich die slawische Burganlage im Besitz des sprewanischen Für-sten Jaxa von Copnik (Köpenick). Er besetzt 1153 die Mark Branden-burg.

 

1157 - 11. Juni

Der Askanierfürst Albrecht der Bär erobert mit Unterstützung eines Heeres des Erzbischofs von Magdeburg die Brandenburg, nach der die Markgrafen sich und das Land künftig nennen, zurück.

 

1200

Eroberung der slawischen Burg Köpenick durch die Markgrafen der Ostmark, die Wettiner. Von jetzt an streiten deutsche Landesherren, vor allem Wettiner und Askanier, um die Herrschaft im Teltow und im Barnim.

 

1209 - 10. Februar

Der Name Köpenick wird in einer Urkunde des Wettiners Konrad IL, Markgraf der Ostmark, erstmals erwähnt. Am Ausgang des 12. Jahrhunderts entwickelt sich auf dem Gebiet der heutigen Altstadt, etwa im Verlauf i der Straße Alt-Köpenick, eine frühdeutsche Siedlung. Ihre Ent-stehung wird durch die Insellageam Zusammenfluß von Spree und Dahme sowie durch die Sicherheit bietende Burg strategisch begünstigt.

 

1232 -7 . März

Verordnung der Brandenburgischen Markgrafen Johann I. und ' Otto IIL, nach der alle Städte "aus dem Teltow ... ihr Recht von Spandau holen lassen sollen"

 

1245

Spätestens um 1240 haben die Askanier die Macht in Köpenick übernommen. Auf dem nördlichen Teil der Schloßinsel entsteht eine askanische Burganlage, in der als Vertreter der Landesherren Jo-hann I. und Otto III. der Burgvogt Heinrich, advocatus de copenic, residiert.Etwa im gleichen Zeitraum erfolgt die Umsiedlung der slawischen Be-völkerung von der Schloßinselin den 1355 erstmals urkundlich er-wähnten Kietz, der sich in der Fol-gezeit zur größten mittelalterli-chen Fischersiedlung in der Mark Brandenburg entwickelt.

 

1264 - 12. April

Die Markgrafen Johann I. und Otto III. von Brandenburg stellen auf der Burg Köpenick einen Schutzbrief für das Kloster Marienstern bei Kamenz (Lausitz) aus.

 

1298 - 28.September

Im Auftrag des Markgrafen Otto IV. gibt der Vogt der Köpenicker Burg die Wasserzollrechte für "220 Talente brandenburgischer Münzen", etwa 52 800 Silberpfen-nige oder acht Kilogramm Silber, an die Stadt Berlin ab.

Köpenick wird lateinisch oppidum (ländliches Städtchen) genannt.

 

1323

Nach dem Aussterben des askani-schen Fürstengeschlechts im Jahr 1320 fällt die Mark Brandenburg an das oberbayerische Haus Wit-telsbach. Köpenick tritt dem Mittelmärki-schen-Niederlausitzischen Städte-bund bei.

 

1325 - 2. Juli

Unter dem Wittelsbacher Markgra-fen Ludwig IV. erwirbt Köpenick die offizielle Bestätigung für das bereits 1232 defacto erworbene Stadtrecht.

 

1355

Erste urkundliche Erwähnung des Köpenicker Fischerkietzes.

 

1373 - 18. August

Der luxemburgische Kaiser Karl IV. zwingt den Wittelsbacher Markgrafen Otto, ihm gegen eine Geld-zahlung die Mark Brandenburg zu überlassen.

 

1375

Im Auftrag Kaiser Karl IV. werden im "Landbuch der Churmark Brandenburg" alle Dörfer und Städte der Mark, darunter auch die Fischerdörfer Radensdorf (Rahnsdorf) und Schmöckwitz, erfaßt.

 

1381

Erste Überlieferung einer städti-schen Verfassung.Sie sieht vor, daß aus den Besit-zern der städtischen Grundstücke ein Rat gewählt werden soll, der seinerseits den Bürgermeister ernennt.

 

1385

Während der Herrschaft der Luxemburger über Branden burg gelangt Köpenick in den Besitz der Brüder Hans und Ulrich von Bieberstein.

 

1387

Die Stadt Berlin erwirbt den Pfandbesitz über Schloß Köpenick.

 

1406

Raubritter Dietrich von Quitzow besetzt Burg und Stadt Köpenick und fügt den durchziehenden Berliner Kaufleuten durch restriktive Kontrolle der Handelswege beträchtlichen Schaden zu.

 

1409 - 13. April

Dietrich von Quitzow verleiht der Stadt im Auftrag des Markgrafen Jobst von Mähren die Gerichtsbarkeit.

 

1411 - 8. Juli

Nach dem Tode Jobst von Mährens bestellt Kaiser Sigismund den Hohenzollern-Burggrafen Friedrich IV. von Nürnberg zum "Obersten Verweser und Hauptmann der Mark".

 

1413 - 7. April

Friedrich IV. erwirbt die Burg Köpenick. 1415 30. April Friedrich IV. wird von Kaiser Sigismund als Friedrich I. zum Kurfürsten der Mark Brandenburg ernannt.

 

1424 - 14. März

Zur Aufbesserung ihrer Einnahmen erteilt Kurfürst Friedrich I. der Stadt Köpenick das Privileg zur Abhaltung eines Wochenmarktes - jeweils montags - und eines Jahrmarktes im Oktober.

 

1441 - 26. März

Kurfürst Friedrich II. bestätigt der Stadt Köpenick alle bisherigen Rechte.

 

1451

Die Beutner (Imker) schliessen sich in einer Zunft zusammen.

 

1451 - 31. August

Den Kietzer Fischern wird vom Landesherrn die "Fischereigerechtigkeit" verliehen. Sie gestattet den Fischern, die umliegenden Geeässer zu befischen und die Seen zu pachten. Im gleichen Jahr findet der erste Grenzenzug statt, in dem die Fischfanggebiete und Grenzmarkierungen zwischen den einzelnen Gemeinden festgelegt werden. An diesen jährlichen Rechtsakt schließt sich später stets ein Volksfest an, das zuletzt 1874 gefeiert wird.

 

1478 - 21. Juni

Im Juni 1478 wird die Stadt Köpenick durch einen Großbrand völlig vernichtet. Wegen des erlittenen Brandschadens erteilt Markgraf Johann der Stadt einen Schuldenaufschub von acht Jahren.

 

1513

Unter Kurfürst Joachim I. wird die Vogtei auf der Köpenicker Burg Sitz der kurfürstlichen Verwaltung. Dem nunmehrigen Amt Köpenick unterstehen mehrere Dörfer, dar-unter Rahnsdorf, Schmöckwitz, Woltersdorf, Rudow sowie die Fischersiedlung Kietz.

 

1539 - 1. November

Kurfürst Joachim II. tritt zum reformierten Glauben über und führt den Protestantismus in der Mark Brandenburg ein.

 

1541

Beschreibung der kirchlichen und schulischen Verhältnisse in der "Matricul von Köpenick". Darin werden Glienicke, Rahnsdorf und Woltersdorf als Tochtergemeinden aufgeführt. Ferner wird ein Schulmeister, der zugleich das Amt des Stadtschreibers bekleidet und im Küsterhaus wohnt, erwähnt.

 

1558

Die alte Köpenicker Burganlage aus der Askanierzeit weicht dem Neubau eines Renaissanceschlosses. Das nach Plänen des Baumeisters Wilhelm Zacharias errichtete Gebäude wird 1571 vollendet.

 

1570

In Köpenick werden neunzig Bürgerstellen gezählt. Der Stadtverwaltung gehören zwei Bürgermeister, zwei Ratsherren und ein Stadtschreiber an.

 

1571 - 3. Januar

Kurfürst Joachim II. stirbt im Alter von 66 Jahren unter ungeklärten Umständen auf Schloß Köpenick. Sein jüdischer Leibarzt Lippold wird daraufhin des Mordes bezichtigt und 1573 hingerichtet.

 

1573

Gründung der Köpenicker Leineweber- und der Fischerinnung.

 

1574

Errichtung eines kurfürstlichen Jagdhauses in Schmöckwitz 1593.

 

1608

Das seit Mitte des 14. Jahrhunderts in Köpenick verwendete Siegel sigillum civitatis copenic wird als Stadtwappen eingeführt.

 

1614

Gründung der Bäckerinnung Köpenick.

 

1618

Beginn des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) mit für Köpenick verheerenden Auswirkungen.

 

1631 - 1. Mai

König Gustav Adolf von Schweden bezieht vorübergehend sein Hauptquartier im Köpenicker Schloß.

 

1649 - 19. Februar

Kurfürst Friedrich Wilhelm erneuert den Fischern aus Köpenick, Rahns-dorf und Woltersdorf ihre während des Dreißigjährigen Krieges verloren gegangenen Privilegien.

 

1652

Caspar Merian veröffentlicht die Stadtansicht Köpenick aus dem Nachlass seines Vaters, Matthäus.

 

1653 - 11. November

In einer Zählung nach dem Dreißigjährigen Krieg werden in Köpenick 105 Häuser erfasst, von denen 40 völlig zerstört sind.

 

1665

Kurfürst Friedrich Wilhelm schenkt das Freigut am Alten Markt (heute Alter Markt 1-2) dem Heidereiter Peter Bock.

 

1669

Unter dem Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm wird nach siebenjähriger Bauzeit bei Müllrose eine Kanalverbindung zwischen Oder und Spree geschaffen. Friedrich Wilhelm schenkt seinen Söhnen Karl Aemil und Friedrich Amt und Schloß Köpenick. Zum Amt gehören jetzt die Dörfer Biesdorf, Bohnsdorf, Woltersdorf, Zeuthen, Rahnsdorf, Rudow, Schmöckwitz und Marzahn. Am Schloß Köpenick wird über die Dahme eine 195 Meter lange, siebzigjochige, hölzerne Portal-brücke mit einer Zugvorrichtung für durchfahrende Schiffe errichtet (Lange Brücke).

 

1670

Ausbau der Straße von Köpenick nach Rudow als Allee.

 

1674 - 14. Mai

Erste Erwähnung des Quappen-kruges (Oberschöneweide) im Kirchenregister der Stadtkirche Köpenick.

 

1677

Abriß des Renaissance- und Neubau des Barockschlosses unter der Leitung des Niederländers Rutger van Langevelt. Johann ArnoldNering vervollständigt mit der am 6. Januar 1685 geweihten Schloß-kapelle, dem Schloßseitenflügel und dem Schloßtor die Gesamtan-lage. Die Kapelle entsteht als erster protestantischer Zentralbau in der Mark Brandenburg. Nach der 1679 vollzogenen Vermählung des Kurfürsten Friedrich III. mit Elisa-beth-Henriette von Kassel wählt Friedrich III. Schloß Köpenick als Wohnsitz. Die Glienicker Straße wird als barocke Wegeachse mit direkter Ausrichtung zum Köpenicker Schloß angelegt.

 

1683 - 7. September

Der Apotheker Johann Georg Neugebauer erhält vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm die Erlaubnis zum Betrieb einer "Amts- und Stadtapotheke".

 

9. September

Erwähnung der Tischlerinnung Köpenick.

 

1685 - 29. Oktober

Mit dem Edikt von Potsdam ermöglicht Friedrich Wilhelm den in Frankreich wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgten Hugenotten (Refugies) die Ansiedlung in der Mark Brandenburg. Unter den 26 nach Köpenick kommenden Hugenotten sind überwie-gend Textilhandwerker, die die Textilfabrikation in Köpenick begründen.

 

1686 - 30. Mai

Mit einer Einführungsprepredigt des Pastors Drouet in der Schloßkirche beginnt die Geschichte der französischen Gemeinde in Köpenick. Französisch und deutsch reformierte Christen nutzen die Kapelle auf der Schloßinsel für ihre Gottesdienste.

 

1699

Der Friedhof um die Köpenicker Laurentiuskirche wird wegen Platzmangels geschlossen.

 

1701

Bildung des Königreiches Preußen 18.Januar Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg krönt sich in Königsberg als Friedrich I. zum König in Preußen.

 

1702

Um- und Neubau des Schmöckwitzer Jagdschlosses.

 

1703

An der Schloßstraße / Ecke Rosenstraße entsteht der barocke Vorgängerbau des heutigen Köpenicker Rathauses.

 

1705

König Friedrich I. erwirbt vom Köpenicker Magistrat östlich und nördlich der heutigen Altstadt, am Katzengraben und an der Freiheit, Bauland für die französischen Ein-wanderer. Es entstehen Wohnhäuser und Manufakturgebäude, insbesondere für die Textilfabrikation.

 

1705 -3. März

König Friedrich I. verleiht der Stadt Köpenick ein Privileg zur Abhaltung von drei Jahrmärkten. Als Marktfläche werden die Straßen um das Rathaus sowie der Schloßplatz vergeben.

 

1708 - 19. Juli

In einer Rezeßurkunde des Köpenicker Magistrates wird wegen "der Mädchen-Information" die Einstellung einer "tüchtigen Schulfrau" bestätigt. Als Gehalt erhält die "Schulfrau 4 Thaler Wohnungsmiete und das Schulgeld von wöchentlich 6 Pfennig von jedem Schulkind ihrer Klasse".

 

1711

Die "Königliche Forst Cöpenick" umfaßt etwa 9 000 Hektar und ist in acht Reviere und sechs Unterförstereien aufgeteilt, die dem obersten Revierförster unterstehen.

 

1711 - 16. Oktober

Zwischen Berlin und Frankfurt an der Oder wird eine ständige Postlinie (zweimal wöchentlich) eingerichtet, die entlang der heutigen Linden- und Friedrichshagener Straße, des Müggelseedamms und der Fürstenwalder Allee über Köpenicker Gebiet führt.

 

1713

Unter Friedrich Wilhelm I. werden aus den "Schatullenämtern" sogenannte Domänenämter, deren Gewinn an die Staatskasse abgeführt wird. Seit diesem Jahr finden in der Mark Brandenburg regelmäßig mittwochs und sonnabends Wochenmärkte statt. Der bisherige Markt um das Rathaus und den Schloßplatz wird 1878 zunächst an den Alten Markt und ab 1895 auf den Friedrich-Wilhelm-Platz, heute Futran-Platz, verlegt.

 

1714 - 28. Mai

Die Schmiede, Stell- und Rademacher bilden eigene Innungen.

 

1720

In der Köpenicker Altstadt und im Kietz entstehen zwischen den Häusern an mehreren Stellen sogenannte Wassergassen, um den Bewohnern im Brandfall schnel-len Zugang zum Wasser von Dahme und Spree zu ermöglichen und um den Abfluß des Schmutzwassers zu sichern.

 

1721

Verlegung des seit 1670 am Schloßplatz untergebrachten Köpenicker Amtes in die Landjägerstraße. Schloß- und Grünstraße werden befestigt. Anlage des Eichgestells als Verbindungsweg nach Berlin durch die Wuhlheide.

 

1730 - 28. Oktober

Im Wappensaal des Schlosses tritt das Königliche Kriegsgericht zusammen, um Kronprinz Friedrich und Leutnant Hans Hermann Katte wegen ihrer geplanten England-Flucht zu verurteilen.

 

1731

Die regelmäßig auftretenden Über-schwemmungen der Stadt Köpenick führen in diesem Jahr zur Uberflutung der Baumgarteninsel und des Heuplatzes (heute Platz des 23. April) sowie zur Zerstörunq der Damm- und Langen Brücke.

 

1735 - 24. September

Ersterwähnung der Köpenicker Schneiderinnung.

 

1737

Erstmals werden in den Branchenverzeichnissen Posamentier- und Galanteriehändler, Konditoren, Kürschner und Siebmacher erwähnt.

 

1738 - 9. Dezember

Übertragung des Kirchenpatronates durch König Friedrich Wilhelm I. an den Köpenicker Magistrat.

 

1744 - 26. Februar

Landjäger Friedrich Wilhelm Bock erhält das Vorwerk Haselwinkel, heute Hessenwinkel, als Erbver-schreibung.

 

1747 - 1. Juni

Unterzeichnung der Erbverschreibung für 20 Pfälzer Bauernfamilien in Müggelheim.

 

1748 - 23. Februar

Ohne die Manufakturhäuser in der Freiheit werden in Köpenick 106 "Hausstellen" mit 653 Einwohnern ermittelt. Im Kietz stehen 31 Häuser.

 

1749

Der Prinzessin Henriette Marie, geboren am 11. März 1702 als Prinzessin von Preußen und Brandenburg, vermählte Erbprinzessin und Herzogin von Württemberg und Teck, wird Schloß Köpenick als Witwensitz zugewiesen. Im März entsteht unweit des Forsthauses Steinbinde das Dorf "Grüne Aue" (Grünau) mit zunächst drei, dann vier aus der Pfalz kommenden Siedlerfamilien.

 

1752 - 30. Mai

Abschluß eines Erbzinsvertrages zwischen dem Amt Köpenick und den Kolonisten des Dorfes Grünerlinde, später Schönerlinde. Darin wird beurkundet, daß an der sogenannten "Grünen Linde vor Köpenick am Bohnsdorfer Wege ...zehn Familienhäuser für ausländische Spinner aus Böhmen" angelegt werden sollen.

 

1753 - 16. März

Der Köpenicker Magistrat schließt mit dem Königlichen Geheimen Kämmerer von Fredersdorf einen Erbzinsvertrag über die 1752 gegründete Kolonie "Kiekemal" ab. Unter König Friedrich II. war 1752 angeordnet worden, daß die zur "Cöpenick' schen Cämmerey" gehörende Feldmark kultiviert und mit drei Kolonisten besetzt werden sollte.

 

1753 - 29. Mai

König Friedrich II. unter-zeichnet den von seinem Beauftragten Johann Friedrich Pfeiffer ausgearbeiteten ErbzinsVertrag für die Ansiedlung von einhundert Kolonisten in Friedrichshagen.

 

1754 - 20. Februar

Beurkundung der Erbzinsverschreibung für die Kolonie Grünau

 

1756

Beginn des Siebenjährigen Krieges.

 

1760 - 3. Oktober

Während des Siebenjährigen Krieges besetzen Einheiten der russischen Armee Köpenick. Sie fügen der Stadt schwere Plünderungs-und Kontributionsverluste zu.

 

1764

Ansiedlung von vier Kolonisten in "Neu-Bohnsdorf'.

 

1765 - 30. September

Die Adlershofer Kirchengemeinde und die lutherischen Einwohner aus Friedrichshagen werden auf Anordnung des Königs in die Köpenicker Stadtkirche eingepfarrt.

 

1766 - 23. Juni

Prinzessin Henriette Marie schenkt ihrem Hofprediger, Benjamin de Saint Aubin, die Besitzung "Bellevue" in der heutigen Köpenicker Dammvorstadt. De Saint Aubin läßt hier ein Rokokoschlößchen erbauen. Der Seidenwirker Andre Simon eröffnet an der Köpenicker "Freiheit" eine Seidenmanufaktur mit mehr als 30 Seidenwebstühlen. Sein Landsmann Francois Guillermin betreibt am selben Ort 33 Webstühle und ab 1780 eine Milchflormanufaktur.

 

1770

Auf dem ehemaligen Friedhof neben der Laurentiuskirche stehen 32 und auf dem Friedrich-Wilhelm-Platz (Futranplatz) 23 Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht.

 

1772 - 75

Durch die Errichtung einer Schleuse an der Oberbaumbrücke kommt es im Frühjahr regelmäßig zu schweren Überschwemmungen im Gebiet der Stadt Köpenick sowie im Kietzer Feld.

 

1780

Die Königlich Preußische-Artillerie schießt in den sogenannten "Kanonenbergen", der späteren Sandschurre, ihre Geschütze ein.

 

1782 - 7. Mai

Henriette Marie stirbt auf Schloß Köpenick. Ihre Tochter Louise Friederike, Herzogin von Mecklenburg-Schwerin, stiftet ihr ein Epitaph neben dem Altar der Schloßkirche.

 

1784 - 24. August

Nach einer Zählung stehen im Stadtgebiet 106 von mehreren Familien bewohnte Häuser und 34, in denen nur eine Familie wohnt. In Köpenick werden 1449 und im Kietz 221 Einwohner ermittelt. 1793 Erwähnung der Seidenwirkerinnung.

 

1799

In einem Bericht des Köpenicker Magistrates werden vier Schulen benannt: die Schule des Rektors, des Küsters, des Deutsch-Reformierten und des französischen Kantors.